Hallo Helge, Hermann-Josef und Holger,
Helge Kreutzmann schrieb am 12. Januar 2022 um 11:40
your password is inactive Ihr Passwort ist inaktiv
Ihr Passwort ist inzwischen unbrauchbar
Ihr Passwort ist nicht mehr verwendbar
Die Formulierungen im Original sind manchmal stark verk�rzt oder
merkw�rdig formluliert. Wenn es geht, w�rde ich schon der Konsistenz
halber im Deutschen tendenziell mitgehen, daher die erste Fassung
w�hlen, ansonsten w�re die dritte Fassung etwas neutraler, die
zweite finde ich nicht so gut.
die Kreation "inaktiv" in Zusammenhang mit Passwort steht so quer zur
den logischen Zusammenh�ngen und bez�gen, dass alle davon abgeleiteten Begrifflichkeiten selbst wieder erkl�rungsbed�rftig sind.
siehe meine Mail vom 26. Dez :
z.B. auf man 8 usermod als Option vorkommt
-f --inactive INACTIVE
Das Argument von INACTIVE ist ein Zahl, n�mlich die Anzahl der Tage
nach Ablauf eines Passworts, nachdem der Benutzer sich �berhaupt nicht
mehr einloggen kann. Bis dahin wird er aufgefordert, sein abgelaufenes Passwort zu ersetzen.
Das hei�t, je h�her die Zahl, desto sp�ter kommt des zur kompletten Inaktivit�t/Sperrung des Kontos. Oder umgekehrt, innerhalb der Zeit
gibt es noch eine M�glichkeit zur Aktivit�t, n�mlich das Passwort zu
�ndern.
Es ist der Benutzer, der trotz abgelaufenen Passworts "inaktiv"
geblieben ist. Ein Passwort ist nicht aktiv, sondern es ist g�ltig, es
wird gepr�ft. Das Vertauschen von Aktiv/Passiv, Subjekt/Objekt halte
ich in der technischen Dokumentation f�r das �belste, was es gibt. Es
stiftet Verwirrung.
Mit Bezug zu einem Benutzerkonto kann ich das Attribut "inaktiv"
gerade noch guthei�en. Es bringt zum Ausdruck, dass der Nutzer sich
durch Nichtstun (Inaktivit�t) selbst ausgebootet hat.
inactivity period Karenzzeit
�bergangszeit
Karenz w�re f�r mich eher ???grace???. Warm nicht ???Inaktivit�tsdauer????
"Inaktivit�tsdauer" ist halt gerade die Gr��e, die nicht festgelegt
wird, sondern sich wenn, dann durch Rechnung ergibt.
an Hermann-Josef:
"Zeit der Inaktivit�t" = account expiry date MINUS password expiry date
PLUS inactivity input
login Anmeldename (da hier nie der Vorgang des Einloggens gemeint ist)
[1]
Benutzerzugang
Benutzerkonto
beide [4]
ich finde tats�chlich keine Stelle, wo "login" das Benutzerkonto
selbst meint. Diese �bersetzungsvarianten sind keine Option und
unn�tig.
user name Benutzername
[1]
Anmeldename
[4] (Das w�re loginname)
Ich halte es f�r verwirrend, wenn die W�rte "Benutzername" und
"Anmeldename" parallel verwendet werden. Im folgenden Satz schreiben
die Originalautoren zwar "user name", meinen aber den
Anmeldenamen. "Benutzername" k�nnte jemanden an den "full user name"
denken lassen, den es auch noch gibt.
superuser Systemadministrator
[1]
root Systemadministrator
Kommt drauf an. Wenn es generisch gemeint ist, dann [1], aber die
Rolle hei�t ja auch ???root???, daher w�rde ich es beim konkreten Zuordnen zur Rolle als ???root??? belassen.
Es ist meines Erachtens immer ("generisch") gemeint und "Rolle" w�re
ja auch generisch zu verstehen. Fallbezogen ist die jeweilige
Besetzung, also der Schauspieler, die Person, die in einem Theater
spielt.
administrative users (of a group)Gruppenverwalter
Den Klammeranteil verstehe ich nicht. Das
Konzept eines ???Gruppenverwalters??? kenne ich nicht.
administrator (of a group) Gruppenverwalter
Gruppenadministrator
Sollte sich vom vorhergehenden Unterscheiden, ich w�rde erstere
�bersetzung leicht bevorzugen, siehe auch meine vorherige Anmerkung.
Die englischen Begriffe meinen alle dasselbe; in gpasswd(1) ist es
dargelegt. Es sind Gruppenmitglieder, die festlegen k�nnen, wer zu
einer Gruppe geh�rt.
An Hermann-Josef: Gruppenadministrator ist mir zu nah am Wort Systemadministrator. Mit "Gruppenverwalter" will ich zu erkennen
geben, dass seine Rechte auf die jeweilige Gruppe beschr�nkt sind.
system user (direkte �bersetzung vermieden, da es sich nicht um
Benutzer im eigentlichen Sinn handelt)
Warum? Es sind keine menschlichen Benutzer, korrekt, aber sie verf�gen
�ber alle Attribute eines Benutzers (bzw. k�nnen dies): Name, Home-Verzeichnis, Cron-Jobs, eindeutige Kennung, ... - ich w�rde hier
nicht k�nstlich im Deutschen versuchen, eine Trennung einzuziehen.
system account Systemkonto (meint Konten, die f�r systeminterne
Akteuere, z.B. f�r Hintergrundprozesse, angelegt werden)
[1]
Beispielmeldungen aus der po-Datei
"The userdel command modifies the system account files, deleting all
entries that refer to the user name LOGIN. The named user must exist."
aus usermod(8)
"The usermod command modifies the system account files to reflect
the changes that are specified on the command line."
aus usermod (8)
"The groupdel command modifies the system account files, deleting
all entries that refer to <replaceable>GROUP</replaceable>. The
named group must exist."
aus groupdel(8)
an Holger: Mein Unbehagen mit "system user" wurde bei nochmaligem
Durchsehen aller Vorkommen des Worts "system" gemindert. Man muss aber
sagen, dass in diesen drei Meldungen "system" wieder in so einer unstrukturierte Wortschlange auftaucht, in der es a) zweimal Lesen und
b) Autokorrektur braucht, um zu erfassen, was man zu �bersetzen
hat. Nicht
files mit den system accounts
sondern
die account files des Systems
also /etc/passwd und /etc/shadow und Konsorten.
Autokorrektur, weil ein Genitiv-"s" fehlt, es im Original wohl "the
system's account files" hei�en m�sste. Ich merze die "Systembenutzer" vielleicht doch nicht aus.
system group Systemgruppe
[1]
authentication information Authentifizierungsinformation
[1]
home directory pers�nliches Verzeichnis (da das Verzeichnis f�r Daten des
Benutzers gemeint ist und andererseits auch das Verzeichnis
/home und eine Variable $HOME in der Dokumentation eine Rolle
spielt)
Wir haben das ansonsten immer einheiltich mit Home-Verzeichnis
�bersetzt. Ja, das ist nicht perfekt, aber hier was zus�tzlich
einzudeutschen s�he ich problematisch. In l�ngeren Texten kann ja beim
ersten Auftreten ???pers�nliches Verzeichnis??? in Klammern erg�nzt
werden.
Ist Geschmackssache und ich hatte den Eindruck, dass wir bei
zusammengesetzten Hauptw�rtern alle Teile deutsch sein sollten.
file systems Dateisysteme
[1]
Datentr�ger
[6] Das w�re ???volume???
das m�sste dann im Einzelfall angesehen werden. Mich l�sst "file
system" immer an Arten von Dateisystemen (ext2, vfat, ...) denken. Wo
"file system" vorkommt, geht es schon um das Speichermedium, die nicht permanent eingebunden sind und nach L�sucng von Benutzern "herrenlose"
Dateien aufweisen k�nnen.
password warning period Vorwarndauer
Ablaufwarnzeit
Bei beiden fehlt das ???password???. Wenn Du das erg�nzt, w�re meine Pr�ferenz die erste Variante, wobei die zweite Variante wahrscheinlich
das Konzept besser erkl�rt.
Leider findet sich daf�r wohl keine elegante �bersetzung
maximum password age H�chste Nutzungsdauer
H�chstnutzungsdauer
G�ltigkeitsdauer
Bei allen drei fehlt das ???password???. Wenn Du das erg�nzt, w�re ich f�r ???maximale Passwortg�ltigkeitsdauer???, das zweite ginge auch, das erste klingt schr�g.
Das Unterschlagen von "password" ist unkritisch, da es sich aus dem
Kontext der jeweiligen Handbuchseite ergibt. Wir schreiben beim ersten Auftreten "h�chste Nutzungsdauer des Passorts" und dann
"H�chstnutzungsdauer"
account expiration date Konten-L�schungstag
[6]
Konten-Ablauftag
[3]
Besser: Konten-Ablaufdatum
chmod bits Zugriffsmuster (z.B. 2710)
Zugriffsbits
Ich w�rde bei solchen Begriffen vorschlagen, dass Du Dich an der UI-
oder der Handbuchseiten�bersetzung orientiertst, also hier chmod(1)
und chmod(2). Konkret: Es geht nicht nur um Zugriff, also wenn
m�glich:
chmod-Bits oder Dateimodusbits
Diese �bersetzungen sagen mir �berhaupt nicht zu; "Dateimodusbits" ist
so fern des Praktischen. In "Modus" sehe ich eine Art und Weise, aber
keinen der Vorg�nge (Schreiben, Lesen, Ausf�hren), die zu regeln sind.
An Hermann-Josef: Bitmuster f�r chmod
Nachdem alles auf einem Datentr�ger und ganze Datei aus Bits
(Nullen/Einsen) besteht, finde ich Wort "Bits" hier nicht
treffend. Zumal nicht Nullen und Einsen als Eingabe erwartet werden,
sondern eine Zahlenfolge.
boolean (vorzugsweise Begriff "Wahrheitswert" benutzen)
boolesch
In Systemd habe ich ???logisch??? gew�hlt (bzw. logischer Wert). Wahrheitsw�rt w�re i.O., klingt aber nicht so gut.
Ich finde "logisch" zu allgemein/unspezifisch.
"Wahrheitswert" ist blo� etwas lang, trifft aber ins Schwarze und ist
�blich.
"boolesch" ist eine h�ssliche Schim�re: vorne Englich, hinten
deutsch. Ob man das e aussprechen soll, muss ger�tselt werden.
Ich gehe davon aus, dass Meister Boole h�chstselbst nach
internationalem Recht gegen diese Wortsch�pfung vorgegangen w�re, wenn
sie ihm zu Lebzeiten bekannt geworden w�re.
Wenn Es Dir bzw. dem Konzept wichtig ist, dass es nicht irgendeine
Logik, sonder die Von Bool ist, dann w�re ???boolesch??? nat�rlich
besser, aber ich glaube nicht, dass das relevant ist und vermuete,
der typische Leser d�rfte dadurch mehr irritiert werden. Aber ich
wei�, andere hier auf der Liste sehen das anders.
Habe gerade auf
https://de.wikipedia.org/wiki/Boolesche_Algebra
erfahren, dass die Boolesche Algebra von nichtbooleschen Individuen
(Vell, Schr�der, ) nachgebessert wurde. Spricht meines Erachtens auch
gegen das Adjektiv "boolesch".
supplementary group erg�nzende GruppeA
[2]
zus�tzliche Gruppe
[3]
Ich wei� nicht, ob wir da in den Handbuch�bersetzungen konsistent
sind.
Der Unterschied ist im allgemeinen wohl nicht relevant. Blo� der Systemadministrator bei der Benutzer- und Gruppenverwaltung damit
konfrontiert
an Hermann-Josef: Template-/Vorlage-/Muster-Datei f�r ..
Sind f�r mich nicht optimal, weil ich denke, dass die Ger�stdatei beim
Anlegen eines Benutzers einfach, also ohne �nderung, in dessen
Verzeichnis kopiert wird, also vollwertig ist. (Insofern ist
"skeleton" der Originalautoren auch nicht gerade passend.)
Danke f�r die Auseinandersetzung.
Markus
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